BioMe+ enthält probiotische Bakterien, Ballaststoffe und Magnesium; BOOST+ enthält Koffein und Pflanzenextrakte. Die Produktangaben nennen Zutaten und Mengen. Sie zeigen aber nicht, dass die Produkte Gehirnleistung, Stimmung oder Stress beeinflussen. Details und Preise stehen im Braingood-Katalog und können sich ändern.
Inhaltsstoffe von BioMe+ und BOOST+
BioMe+ ist ein Getränkepulver mit fünf probiotischen Arten, Präbiotika und Magnesium. Probiotische Bakterien sind lebende Mikroorganismen; Präbiotika wie Inulin dienen bestimmten Darmbakterien als Nahrung. Laut Produktangaben enthält ein Sachet mit 4 Gramm mehr als 30 Milliarden koloniebildende Einheiten (KBE). KBE ist eine Maßeinheit für vermehrungsfähige Mikroorganismen. Dazu kommen 60 Milligramm Magnesium und 2,5 Gramm Ballaststoffe aus Inulin und Fructooligosacchariden. Die Produktseite nennt Arten wie Lactobacillus helveticus und Bifidobacterium longum, aber keine konkreten Stammkennungen.
BOOST+ ist ein 25-Milliliter-Shot mit 80 Milligramm Koffein. Zu den aufgeführten Zutaten zählen Guaranaextrakt und Holunderbeerenextrakt. Ebenfalls enthalten sind Buchweizenkeimpulver und Glukose. Laut Produktseite enthält ein Shot außerdem 3,5 Gramm Kohlenhydrate. Sein Brennwert liegt bei rund 48,69 Kilokalorien. Der Koffeingehalt ist ein klar bezifferter Bestandteil; wie stark eine Person darauf reagiert, hängt unter anderem von ihrer individuellen Empfindlichkeit ab.
| Produkt | Angegebene Bestandteile | Was sich daraus direkt ableiten lässt |
|---|---|---|
| BioMe+ | Fünf probiotische Arten, mehr als 30 Milliarden koloniebildende Einheiten, 60 mg Magnesium und 2,5 g Ballaststoffe pro Sachet | Zusammensetzung und Mengen, aber kein Nachweis für eine Verbesserung von Stimmung oder Gehirnleistung |
| BOOST+ | 80 mg Koffein pro Shot sowie Pflanzenextrakte | Ein bezifferter Koffeingehalt, aber kein Beleg für sämtliche beworbenen Wirkungen |
Was Studien zu den Zutaten zeigen
Bei Probiotika kommt es auf den genauen Bakterienstamm an. Die Ergebnisse beziehen sich auf den untersuchten Stamm oder die Mischung. Sie lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf andere Arten oder Stämme sowie auf abweichende Mengen und Rezepturen übertragen. Die auf der Braingood-Seite beschriebenen Untersuchungen betreffen konkrete Mischungen. Sie belegen deshalb nicht automatisch die Wirkung von BioMe+.
Eine von Braingood angeführte Studie untersuchte 22 gesunde Erwachsene. Während der vierwöchigen Studienphase erhielten die Teilnehmenden täglich eine Mischung aus drei genau benannten Bakterienstämmen. Die Tagesdosis betrug 3 Milliarden koloniebildende Einheiten. Die Forschenden untersuchten unter anderem Reaktionen des Gehirns bei emotionalen Aufgaben. Diese Mischung unterscheidet sich von BioMe+, das laut Produktseite fünf Arten und mehr als 30 Milliarden Einheiten pro Sachet enthält. Eine andere Gehirnreaktion während eines Tests zeigt nicht, dass sich die Konzentration im Alltag verbessert.
Eine weitere angeführte Studie untersuchte 66 gesunde Personen, die 30 Tage lang zwei bestimmte Bakterienstämme einnahmen. Die Forschenden erfassten psychologische und körperliche Messwerte, darunter Werte zum Stress. Auch diese Ergebnisse beziehen sich auf die verwendete Mischung, nicht auf BioMe+ in seiner angegebenen Rezeptur. Um die Wirkung von BioMe+ direkt zu beurteilen, wären Studien hilfreich, die das fertige Produkt mit einer Vergleichsgruppe untersuchen.
Bei BOOST+ lässt sich der Koffeingehalt am einfachsten beurteilen. Die Produktangaben nennen 80 Milligramm pro Shot. Studien zu Inhaltsstoffen aus Beeren oder ähnlichen Pflanzenmischungen belegen jedoch nicht automatisch, dass BOOST+ die versprochenen Effekte auf Fokus, Durchblutung oder Nervenzellen erzielt. Dafür müsste die konkrete Mischung in der verwendeten Menge untersucht werden.
Koffein und Magnesium einschätzen
Für gesunde Erwachsene stuft die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit eine Einzeldosis von bis zu 200 Milligramm Koffein und eine tägliche Aufnahme von bis zu 400 Milligramm aus allen Quellen grundsätzlich als unbedenklich ein. Für Schwangere und Stillende nennt sie bis zu 200 Milligramm täglich. Diese Werte beziehen sich auf die Sicherheit und sind keine Empfehlung, möglichst viel Koffein aufzunehmen. Schon 100 Milligramm können bei manchen Erwachsenen, besonders nahe der Schlafenszeit, Schlafdauer und Schlafmuster beeinflussen.
Rechnen Sie den Shot deshalb in Ihren gesamten Koffeinkonsum ein. Kaffee, Tee, Cola, Energydrinks und weitere Nahrungsergänzungsmittel liefern ebenfalls Koffein. Wenn Sie empfindlich reagieren oder der Schlaf leidet, sollten Sie den Konsum reduzieren und BOOST+ nicht spät am Tag einnehmen.
BioMe+ enthält laut Produktseite 60 Milligramm Magnesium pro Portion. In der EU ist die Aussage zugelassen, dass Magnesium zu einer normalen psychischen Funktion beiträgt. Die Menge entspricht rechnerisch 16 Prozent des Nährstoffbezugswerts von 375 Milligramm pro Tag. Diese Angabe beschreibt die normale Funktion des Körpers. Sie belegt weder eine zusätzliche Steigerung der Konzentration noch eine Behandlung von Stress, Angst oder Depression.
Gesundheitsversprechen prüfen
Nahrungsergänzungsmittel gelten in Deutschland als Lebensmittel. Sie müssen vor dem Verkauf nicht wie Arzneimittel zugelassen werden. Ein Verkaufsangebot belegt daher nicht, dass ein Produkt in klinischen Studien auf seine Wirksamkeit geprüft wurde. Für gesundheitsbezogene Angaben gelten zwar EU-Regeln, doch eine allgemeine Aussage des Herstellers, Forschung stütze ein Produkt, ist nicht automatisch eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe.
Achten Sie beim Lesen der Produktinformationen darauf, worauf sich ein Versprechen tatsächlich bezieht: auf das fertige Produkt, auf eine einzelne Zutat oder auf eine ähnliche Rezeptur. Prüfen Sie außerdem, ob Studie und Produkt dieselben Bakterienstämme, Mengen und Anwendungszeiträume verwenden. Bei BioMe+ fehlen auf der Produktseite die Stammkennungen, die den Vergleich mit den in Studien verwendeten Bakterien erleichtern würden. Am klarsten wäre die Wirkung belegt, wenn veröffentlichte Studien mit Vergleichsgruppen die aktuelle Rezeptur jedes Produkts untersuchten.
Wann BioMe+ oder BOOST+ infrage kommen
Bei BioMe+ können Sie Ihre Entscheidung an den angegebenen Inhaltsstoffen ausrichten. Wer gezielt Probiotika einnehmen möchte, sollte auf die genauen Bakterienstämme und die dazugehörige Studienlage achten. Die Angaben zu den Arten allein reichen nicht aus, um BioMe+ mit den untersuchten Mischungen gleichzusetzen.
Bei BOOST+ lässt sich der Koffeingehalt direkt mit dem eigenen Konsum und der persönlichen Verträglichkeit abgleichen. Wenn Sie vor allem Koffein aufnehmen möchten, vergleichen Sie die Menge pro Portion mit anderen Koffeinquellen und berücksichtigen Sie den Preis pro Shot im Katalog. Die übrigen Produktversprechen sollten Sie getrennt davon bewerten, denn die genannten Inhaltsstoffe und Studien belegen nicht automatisch eine anhaltende Verbesserung der mentalen Leistung.
Für die Gesundheit des Gehirns zählt auch die gesamte Ernährung. Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte tragen zu einer abwechslungsreichen Kost bei, die eine breitere Grundlage liefert als der Fokus auf ein einzelnes Produkt. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen weder eine ausgewogene Ernährung noch eine medizinische Abklärung bei anhaltenden Beschwerden.



