
Enthalten mehrere Nahrungsergänzungsmittel denselben Inhaltsstoff, nehmen Sie die Mengen aus allen Produkten zusammen auf. Ein Multivitaminpräparat und ein separates Vitamin-D-Präparat liefern beide Vitamin D; angereicherte Lebensmittel erhöhen die Gesamtmenge zusätzlich.
Die Kombination ist nicht automatisch gefährlich. Prüfen Sie sie besonders genau, wenn mehrere Produkte denselben Inhaltsstoff enthalten, die Mengen hoch sind oder Sie Medikamente einnehmen. Vergleichen Sie die Tagesportionen aller Präparate und holen Sie bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder besonderen gesundheitlichen Umständen ärztlichen oder pharmazeutischen Rat ein.
Doppelte Inhaltsstoffe erkennen
Prüfen Sie zuerst, welche Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenstoffe jedes Produkt enthält. Vergleichen Sie die Mengen pro empfohlener Tagesportion, nicht nur pro Kapsel oder Tablette. Berücksichtigen Sie auch angereicherte Lebensmittel, etwa Getränke oder Frühstücksprodukte mit zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen.
Doppelte Inhaltsstoffe fallen besonders bei Multivitaminpräparaten und zusätzlichen Einzelpräparaten auf. Wer beispielsweise ein Multivitaminpräparat und ein Vitamin-D-Präparat einnimmt, sollte beide Vitamin-D-Mengen addieren. Auch bei Magnesium, Calcium oder Vitamin B6 lohnt sich der Blick auf alle Etiketten. Eine höhere Zufuhr bringt bei bereits guter Versorgung in der Regel keinen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen.
Höchstmengen bei Nahrungsergänzungsmitteln
Zwei Angaben helfen bei der Einschätzung. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit legt für bestimmte Nährstoffe eine tolerierbare obere Aufnahmemenge fest. Das ist die Menge, die laut Bewertung der Behörde langfristig täglich aufgenommen werden kann, ohne gesundheitliche Nachteile zu erwarten. Sie sollten diesen Wert nicht als Ziel betrachten.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt außerdem Höchstmengen für die Nährstoffmenge in der Tagesportion eines einzelnen Nahrungsergänzungsmittels vor. Diese Vorschläge sollen Risiken begrenzen, sind aber keine persönliche Dosieranleitung. Aus einem Vorschlag für ein einzelnes Produkt lässt sich daher nicht ableiten, dass Sie mehrere Produkte mit ähnlich viel desselben Inhaltsstoffs kombinieren sollten.
Die Werte hängen vom Nährstoff und von der Personengruppe ab. Das BfR schlug beispielsweise 2023 für Vitamin D 20 Mikrogramm pro Tagesportion eines Produkts vor. Für Vitamin B6 aktualisierte es den Vorschlag im Februar 2024 auf 0,9 Milligramm pro Tagesportion für Personen ab 15 Jahren. Im Dezember 2025 nannte das BfR für Jod 100 Mikrogramm pro Produkt, für Schwangere und Stillende 150 Mikrogramm. Solche Werte sind Beispiele und ersetzen keine Prüfung der gesamten Zufuhr.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von Arzneimitteln verstärken oder abschwächen. Vitamin K kann zum Beispiel die Wirkung bestimmter Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ beeinflussen. Wenn Sie ein solches Medikament einnehmen, stimmen Sie Veränderungen Ihrer Vitamin-K-Zufuhr mit Ihrer Arztpraxis ab.
Auch Mineralstoffe können die Aufnahme mancher Medikamente beeinträchtigen. Calciumhaltige Präparate können die Aufnahme bestimmter Schilddrüsenhormone stören. Mineralstoffe können außerdem mit bestimmten Antibiotika wechselwirken. Befolgen Sie die Einnahmehinweise für das jeweilige Arzneimittel. Fragen Sie in der Apotheke nach, wenn Sie unsicher sind.
Pflanzliche Präparate können ebenfalls relevant sein. Johanniskraut beeinflusst die Wirkung verschiedener Arzneimittel, darunter bestimmte Antidepressiva, Verhütungsmittel sowie Herz- und Transplantationsmedikamente. Informieren Sie Ärztinnen, Ärzte und Apotheken über alle Präparate, die Sie einnehmen, auch über frei verkäufliche.
Wechselwirkungen zwischen Mineralstoffen
Manche Mineralstoffe beeinflussen, wie gut der Körper andere Nährstoffe aufnimmt. Calcium kann die Eisenaufnahme möglicherweise beeinträchtigen; wie stark dieser Effekt im Alltag ausfällt, ist nicht abschließend geklärt. Fachinformationen empfehlen deshalb, Calcium- und Eisenpräparate zu unterschiedlichen Tageszeiten einzunehmen. Daraus ergibt sich keine feste Zeitspanne, die für alle gilt.
Wenn Sie gleichzeitig 25 Milligramm oder mehr Eisen einnehmen, kann das die Zinkaufnahme verringern. Gemeint ist die Menge an Eisen selbst, nicht das Gewicht der gesamten Eisenverbindung. Eine längerfristig hohe Zinkzufuhr kann wiederum die Kupferaufnahme stören. Das US-amerikanische National Institutes of Health nennt für Zinkmengen von mindestens 50 Milligramm pro Tag über mehrere Wochen solche Effekte. Diese Angabe ist keine Dosierungsempfehlung, sondern ein Hinweis auf mögliche Folgen hoher, länger anhaltender Zufuhr.
Sie müssen deshalb nicht grundsätzlich alle Mineralstoffe getrennt einnehmen. Wichtig sind der jeweilige Stoff, die Menge, die Einnahmedauer und der Grund für die Einnahme.
Wann bestimmte Kombinationen empfohlen werden
Für manche Kombinationen gibt es eine konkrete medizinische Empfehlung. Für Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere im ersten Trimester empfiehlt das BfR täglich 400 Mikrogramm Folsäure, um das Risiko für Neuralrohrdefekte zu senken. Diese Empfehlung bedeutet nicht, dass Sie zusätzlich ein weiteres Präparat mit Folsäure einnehmen sollten.
Ein weiteres Beispiel ist die AREDS-Formel aus bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und Carotinoiden. Sie wurde für Menschen mit altersbedingter Makuladegeneration untersucht. Eine solche Kombination ist an eine konkrete Erkrankung gebunden und begründet keinen allgemeinen Nutzen beliebiger Mischungen.
So prüfen Sie Ihre Präparate
Legen Sie die Verpackungen nebeneinander und vergleichen Sie, welche Mengen die empfohlenen Tagesportionen enthalten. Notieren Sie die Produktnamen und Inhaltsstoffe. Halten Sie für jedes Produkt außerdem die jeweilige Menge und die Einnahmehäufigkeit fest. Ergänzen Sie Ihre Liste um regelmäßig verwendete Medikamente und angereicherte Lebensmittel. Mit dieser Übersicht können Arztpraxis oder Apotheke besser einschätzen, ob die Kombination für Sie geeignet ist.
Bei Schwangerschaft, Stillzeit, einer bestehenden Erkrankung oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme lassen Sie die Zusammenstellung vorab prüfen. Ändern Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig und setzen Sie sie nicht wegen eines Nahrungsergänzungsmittels ab.
Quellen
- Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln
- Glossary term: tolerable upper intake level
- Aktualisierung (2024): Höchstmengenvorschläge für Vitamin B6 in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln
- Höchstmengenempfehlungen des BfR für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln
- Aktualisierung (2024): Höchstmengenvorschläge für Folsäure in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln
- Aktualisierung (2025): Höchstmengenvorschläge für Jod in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln - BfR
- Nutzen und Risiken von Mikronährstoffsupplementen im Alter - BfR
- 3 • MULTIVITAMIN/MINERAL SUPPLEMENTS FACT SHEET FOR CONSUMERS

