Der Körper bildet Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht selbst. Bei einem festgestellten Mangel oder bestimmten Risikofaktoren kann eine Ergänzung sinnvoll sein. Ein Produktvergleich ersetzt keine ärztliche Abklärung und legt keine persönliche Dosis fest.
Wann eine Ergänzung sinnvoll sein kann
Ein höheres Risiko für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung haben unter anderem Menschen, die selten draußen sind, und ältere Menschen. Dazu zählen auch Menschen mit dunkler Haut, wenn sie in einer Region mit wenig Sonne leben. Auch bestimmte chronische Erkrankungen können die Versorgung beeinflussen. Diese Faktoren bedeuten nicht automatisch, dass ein Mangel vorliegt. Sie zeigen auch nicht, welche Dosis für Sie passt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag als Referenzwert, wenn der Körper selbst kein Vitamin D bildet. Das ist kein pauschaler Auftrag zur Einnahme für alle. Bei einem ärztlich festgestellten Mangel richtet sich die Behandlung nach der individuellen Situation. Hoch dosierte Präparate sollten Sie ärztlich abklären lassen.
Dosis und Preis richtig vergleichen
Vergleichen Sie die Menge pro tatsächlicher Tagesportion, nicht nur die Zahl auf der Vorderseite der Packung. Eine Portion kann aus mehreren Tropfen oder Tabletten bestehen. Ein Mikrogramm Vitamin D entspricht 40 Internationalen Einheiten, kurz IE. Damit entsprechen 20 Mikrogramm 800 IE.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmittel höchstens 20 Mikrogramm pro Tagesdosis. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit setzt für Erwachsene eine tolerierbare Obergrenze von 100 Mikrogramm täglich aus allen Quellen zusammen fest. Dazu zählen auch angereicherte Lebensmittel und weitere Präparate. Diese Obergrenze ist kein empfohlenes Einnahmeziel.
Für den Preisvergleich teilen Sie den Packungspreis durch die Zahl der Tagesportionen. Orientieren Sie sich dabei an der Portion auf dem Etikett und daran, wie lange die Packung reicht. Ein günstiger Packungspreis sagt wenig aus, wenn die Packung weniger Tagesportionen enthält.
| Vergleichspunkt | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|
| Menge | Mikrogramm Vitamin D pro Tagesportion; IE können zusätzlich auf dem Etikett stehen |
| Einnahme | Tägliche Portion und tatsächliche Menge pro Einnahme |
| Preis | Kosten pro deklarierter Tagesportion und Packungsreichweite |
| Zusammensetzung | Vitamin D allein oder in Kombination mit weiteren Stoffen |
| Kennzeichnung | Klare Angaben zu Portion, Wirkstoffmenge, Altersgruppe und Warnhinweisen |
D2, D3 und Darreichungsform
Vitamin D2 und D3 sind verschiedene Formen des Vitamins. Beide können den Vitamin-D-Spiegel im Blut erhöhen. In einer Übersichtsarbeit mit 20 Vergleichsstudien stieg der Vitamin-D-Gesamtwert im Blut im Mittel mit D3 stärker als mit D2. Das Ergebnis sagt jedoch nicht, welches Handelsprodukt für eine bestimmte Person am besten geeignet ist. Die Herkunft des Vitamins lässt sich zudem nicht allein am Kürzel D2 oder D3 ablesen. Wenn Ihnen eine vegane Herkunft wichtig ist, fragen Sie beim Hersteller nach.
Tabletten, Kapseln, Tropfen und Sprays unterscheiden sich vor allem in der Handhabung und darin, wie die Portion abgemessen wird. Keine Form ist grundsätzlich besser. Prüfen Sie, wie viele Tropfen, Sprühstöße oder Einheiten laut Etikett eine Tagesportion ergeben.
Auch zusätzliche Inhaltsstoffe sind kein automatischer Vorteil. Für hoch dosierte Kombinationen aus Vitamin D und Vitamin K2 ist die Wirkung laut BfR nur unzureichend untersucht. Zusätze wie Magnesium oder Zink sollten Sie daher nicht als Beleg für eine bessere Wirkung werten.
Hoch dosierte Einnahmen gesondert prüfen
Präparate, die nur alle paar Tage oder Wochen eingenommen werden, können eine hohe Einzelmenge enthalten. Der rechnerische Tagesdurchschnitt allein reicht dann für den Vergleich nicht aus: Entscheidend sind auch die Dosis pro Einnahme und das Einnahmeintervall.
Das BfR warnt vor hohen Einzeldosen von Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmitteln und nennt als Beispiel 500 Mikrogramm alle 20 Tage. Solche Einnahmen bergen zudem ein praktisches Risiko: Wer das Intervall verwechselt, nimmt die Dosis womöglich zu häufig ein. Das BfR bevorzugt bei einem Ergänzungsbedarf eine geringere tägliche Dosis. Ärztlich verordnete Arzneimittel und deren Einnahmeschema sind davon zu unterscheiden.
Was Tests von Vitamin-D-Präparaten zeigen
Ein Test der Stiftung Warentest untersuchte 25 Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmittel, die im Mai und Juni 2025 gekauft wurden. Die geprüften Tagesdosen variierten. Ein öffentlich zugänglicher Bericht vom Oktober 2026 stufte zwei Präparate als uneingeschränkt empfehlenswert ein. 13 bewertete er als wenig geeignet. Fünf galten als nicht geeignet. Diese Bewertungen beziehen sich auf die getesteten Produkte und die Kriterien des Tests, nicht auf alle Präparate im Handel.
Der Test prüfte unter anderem die Dosis, die Kennzeichnung und den tatsächlichen Wirkstoffgehalt. Bei zwei Produkten stellte die Stiftung Warentest deutliche Unterschiede zwischen der angegebenen und der gemessenen Vitamin-D-Menge fest. Die vollständigen Einzelbewertungen sind nicht frei zugänglich. Eine vollständige Rangliste oder ein aktueller Preisvergleich lässt sich daraus daher nicht ableiten.
Kennzeichnung und Risiken prüfen
In Deutschland gelten Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel. Vor dem Verkauf muss keine Behörde wie bei Arzneimitteln prüfen und bestätigen, dass das jeweilige Produkt wirkt und sicher ist. Der Hersteller ist für die Sicherheit und Kennzeichnung verantwortlich. Die BfR-Empfehlung von höchstens 20 Mikrogramm pro Tagesdosis ist ein Vorschlag, keine gesetzliche Höchstgrenze.
Das BfR weist darauf hin, dass Mengenangaben auf Verpackungen von Nahrungsergänzungsmitteln von der tatsächlichen Menge abweichen können; daraus folgt nicht, dass jedes Produkt falsch deklariert ist. Achten Sie auf vollständige Angaben zu Tagesportion und Wirkstoffmenge und bevorzugen Sie Produkte, deren Dosierung sich klar nachvollziehen lässt.
Eine dauerhaft sehr hohe Vitamin-D-Zufuhr kann den Kalziumspiegel im Blut erhöhen und Nierenprobleme verursachen. Bei bestimmten Medikamenten, etwa Herzglykosiden, sowie bei chronischen Nierenerkrankungen ist besondere Vorsicht nötig. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen oder eine chronische Erkrankung haben, klären Sie die Einnahme vorab ärztlich ab.


