Verschreibungspflichtige Appetitzügler

Appetitzügler vom Arzt

Verschreibungspflichtige Appetitzügler sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur in Absprache mit dem Hausarzt erhältlich. Dabei handelt es sich um äußerst verschiedene Medikamentengruppen. Ein Großteil von ihnen, die sogenannten Anorektika, hemmen die Bildung des Hungergefühls im Hypothalamus im menschlichen Zwischenhirn. Zu ihnen gehören die Amphetamine, etwa Ephedrin oder Sibutramin, von denen die meisten in Europa mittlerweile verboten sind. Amphetamine betäuben den Appetit, wirken euphorisierend und können Schlafstörungen verursachen.

Sie wurden häufig als Rauschdrogen konsumiert und führten in über 35 Fällen weltweit sogar zum Tode.

Appetitzuegler

Andere verschreibungspflichtige Appetitzügler sind die sogenannten Inkretinmimetika, Mittel mit blutzuckersenkenden Eigenschaften. Inkretinmimetika sind keine eigentlichen Appetitzügler. Ihre Wirkstoffe imitieren die Struktur körpereigener Hormone des Magen-Darm-Traktes, senken so die Wahrnehmung des Blutzuckerspiegels und drosseln somit die Zuckerverwertung. Sie werden nur bei diagnostiziertem Diabetes mellitus verschrieben. Teil der Behandlung sollte dabei der ärztlich überwachte Diätplan sein.

Verschreibungspflichtige Appetitzügler im weiteren Sinne sind die sogenannten Fettbinder. Sie hemmen die Aufnahme von Nahrungsfetten im Darm, sodass ein Großteil der konsumierten Fette wieder ausgeschieden wird. Die Verwendung von Fettbindern während der Diät setzt eine Umstellung auf gesunde, fettarme Kost voraus. Sonst kann ihre Einnahme zu Magenkrämpfen und wässerigen Durchfällen führen.

Zugelassene, rezeptfähige Anorektika

Ephedrin, Phenylpropanolamin und Diethylpropion sind derzeit in Deutschland legal auf Rezept erhältlich. Der Appetithemmer Ephedrin wird auf pharmazeutischem Wege aus der Meerträubelpflanze gewonnen. In den zwanziger Jahren und zu Beginn der Sechziger war das Alkaloid Ephedrin als Mittel gegen Asthma und Bronchitis populär. Es wurde bereits damals jedoch gerne rauschhaft konsumiert, weswegen die ärztliche Verordnung sich streng nach dem Diätplan richtet. Ephedrin wird als Starthilfe einer Diät nur verschrieben, wenn der Body Mass-Index über 27 liegt.

Auch Phenylpropanolamin hemmt den Appetit, treibt Kreislauf und Stoffwechsel an. Ebenso wie Diethypropion ist es zur Kurzzeitbehandlung krankhafter Fettsüchtigkeit zugelassen. Langfristig kann insbesondere Phenylpropanolamin zu Leberschäden führen. Deshalb sollte nur das zugelassene, ärztlich verordnete Medikament die Diät begleiten. Alternative ist der Fettblocker Orlistat. Wer ihn in eine vollwertige, kalorienreduzierte Kostumstellung einbezieht, hat wenig Nebenwirkungen zu befürchten. Die Pfunde schmelzen schneller, allerdings sollte man den Medikamentenkonsum nach einigen Wochen ausschleichen. Der Organismus sollte sich dann an die neue Kalorienbilanz und die veränderte Verwertung der Nahrung gewöhnt haben, sodass kein Jojo-Effekt eintritt.

Vorsicht vor online erhältlichen Wunderpillen

Wer im Internet Appetitzügler kauft, sollte sich stets über die Zusammensetzung informieren und Preis-Leistungs-Vergleiche herstellen. Oftmals enthalten vermeintlich natürliche Appetitzügler wie Lida oder Alli ehemals rezeptpflichtige, inzwischen nicht mehr zugelassene Substanzen wie Sibutramin.

Andere enthalten nur Spuren natürlicher Appetitzügler, die man preiswerter und reiner selbst einkauft, wie Koffein, Pfeffer oder Zitronensäure. Sie versprechen mehr, als sie halten, und sind deutlich überteuert. Wenn es schon ein Vitamin-Booster sein soll, so sollte man zu Superfoods traditioneller Herkunft greifen, die wirklich helfen. Dazu zählen Hoodia-Extrakt, ein natürlicher Appetitzügler aus dem südafrikanischen Hoodia Kaktus, und Garcinia Cambogia-Pulver, ein Hunger-Dämpfer aus der indischen Kürbispflanze.

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